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Chronik

Unter dem Titel "Treu dem alten Brauch" - zur Geschichte der Trachtenbewegung im Raum von Bad Ischl wurde bereits vor einigen Jahren nachfolgende Chronik bzw. Entwicklung veröffentlicht.

Die Autoren: + Konsulent Franz Stüger, Überarbeitung: Konsulent Anton Pammesberger.

... es spricht für den guten Kern des Ischllandes, daß innerhalb von drei Jahren auch 3 Trachtenvereine in diesem Bereich ins Leben traten, nämlich

D'Kreuzstoana (1920), D'Wildenstoana (1922) und D'Hehastoana (1923).

Diese Dreiheit wiederum wird überwölbt vom Dachverband, dem 1920 in Traunkirchen gegründeten "Verband der Trachtenvereine des Salzkammergutes". "D'Kreuzstoana" in der Ortschaft Mitterweissenbach sind benannt nach dem "Kreuzstein", einem Felsblock in der Traun, den ein Kreuz krönt. Blieb diese Gemeinschaft in der Hauptsache auf Mitterweissenbach beschränkt, so erfolgte zwei Jahre später inmitten des Marktes Ischl die Gründung des "Gebirgstrachten-Erhaltungsvereines D'Wildenstoana" im Gasthaus "Zum Sandwirt" am Eglmoos.

Trachtenkamerad Leopold Schiendorfer, dem wir ein interessantes Manuskript über die Entwicklung dieses Vereines - erarbeitet aus den Sitzungsprotokollen - verdanken, schreibt dazu:

"In einer Zeit, wo alles Althergebrachte zu zerfallen schien, faßten einige beherzte Männer und Frauen den Mut, sich der Trachtensache zu verschreiben. Von edler Gesinnung getragen, verfaßten sie Leitsätze, nach denen sich künftig das Vereinsleben entwickeln sollte. Diese Statuten bezogen sich in erster Linie auf die Erhaltung der bodenständigen Tracht, die Pflege des Volkstanzes, des Volksliedes und des ortsüblichen Brauchtums."

Wiederum ein Jahr später folgte die Gründung des Trachtenvereines "D'Hehastoana", benannt nach dem "Hehastoan" nahe dem Ischler Kalvarienberg und am 3. Februar 1924 erfolgte die Aufnahme der Trachtenvereine "D'Wildenstoana" und "D'Hehastoana" in den "Verband Salzkammergut".

Einer der ersten Höhepunkte in der Entwicklung der Trachtenvereine in Bad Ischl war die Doppelfahnenweihe der "D'Wildenstoana" und "D'Hehastoana" zu Pfingsten im Jahre 1926. Diese Fahnenweihe war zugleich der Mittelpunkt des großen "Reichsverbandsfestes" der "Österreichischen Trachtenvereine", ein Fest, das mit einem Ehrenabend begann und mit einem großen Festzug seinen würdigen Abschluß gefunden hatte. Von Festen in diesem Ausmaß gehen stets Impulse aus, die nachwirken und so kam es im Jahr 1927 zur Gründung einer eigenen Zeitschrift "Berghoamat", eine Zeitschrift, die dem Trachtenwesen, dem Brauchtum und der heimischen Überlieferung verpflichtet war.

Das Jahr 1938 brachte mit dem Anschluß an das Deutsche Reich auch die Anordnung der Kreisleitung über den Zusammenschluß der drei Ischler Trachtenvereine zu einer einzigen Gemeinschaft, zum "Gebirgstrachten-Erhaltungsverein Bad Ischl" unter der Leitung von Julius Höllwert und bald darauf brachte der 2. Weltkrieg, aus dem auch Julius Höllwert nicht mehr heimkehren sollte, die Vereinstätigkeit zum Erliegen.

Mit umso größerem Eifer ging man nach dem Zusammenbruch im Mai 1945 wieder ans Werk und schon am 23. September 1946 konnte der Ischler Trachtenverein mit Alois Streibl, der um das Trachtenwesen hochverdiente Verbandsobmann, in der Kaltenbachau ein großes Verbandstrachtenfest ins Leben rufen, das bei der heimischen Bevölkerung, aber auch bei vielen Flüchtlingen, die damals in Bad Ischl weilten, und bei der amerikanischen Besatzungsmacht großen Anklang fand.

Das Jahr 1948 brachte auch über Vorschlag des weit vorausblickenden Obmannes Hans Mitterhuber den Zusammenschluß der beiden Trachtenvereine "D'Wildenstoana" und "D'Hehastoana" zum Trachtenverein "D'Ischler", der nunmehr auf ein 80jähriges Bestehen (1922 - 2002) mit Freude und Stolz zurückblicken kann. Der neue Verein hat das Recht - und dies ist im Protokoll des Verbandes Salzkammergut vom 21. November 1947 ausdrücklich vermerkt - die Fahnen beider Vereine zu tragen, aus denen er hervorgegangen ist.

Sein neues Motto lautet:"Es tönet hell durchs Ischler Tal des Trachtlers Gruß: Frisch Auf!"

Die Fünfzigerjahre bedeuteten den Beginn der Trachtenerneuerung in Oberösterreich, die von Universitätsprofessor Dr. Franz C. Lipp, ein gebürtiger Ischler, geleitet wurde. Daß diese Saat auf einen fruchtbaren Boden fiel, das bewiesen die vielen Musikkapellen, die neu eingekleidet wurden, das bewiesen die Trachtenvereine und Jugendgruppen, das beweist schließlich das trachtliche Bild im Alltag. Grundlage dieser Erneuerung waren die Trachtenmappen von Dr. Lipp, jedem Viertel des Landes ob der Enns zugeordnet.

 

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